11.09.2019

Größer krönt Saison mit Top-Platzierung bei Ironman Halbdistanz-WM in Nizza.

22-Jähriger vom TriTeam Gießen in allen drei Disziplinen mit sehr guter Performance.

4:30:54 Stunden für 1,9 km Schwimmen in der Französischen Riviera, 91,5 km Radfahren mit 1.400 Höhenmetern in den Alpes-Maritimes und 21,1 km Laufen in zwei Runden über die Promenade des Anglais. Platz 19 von 117 Startern in der Altersklasse 18-24 und Platz 117 von 3.262 Startern Gesamt. So lauten die nüchternen Zahlen des Auftritts von Vincent Größer, Triathlon Team Gießen, bei der diesjährigen Austragung der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Nizza/Frankreich. Doch damit wäre der Wettkampf des jungen Athleten, der „nebenbei“ noch sein Medizin-Studium an der JLU Gießen ableistet, nur unzureichend beschrieben. „Es war ein grandioses Erlebnis mit den weltbesten Triathleten bei einem so großen Rennen gemeinsam am Start zu stehen und am Ende auch noch mit einem super Ergebnis ins Ziel zu kommen“, fasste Größer seine Gefühlslage im Zielbereich zusammen. Dabei begann der Tag ernüchternd, als er nach an sich solider Schwimmleistung (29:11 Minuten) nur auf Position 61 liegend in Wechselzone 1 ankam. „Ich habe mich auf der gesamten Schwimmstrecke eigentlich sehr gut gefühlt, aber bei so einem Top-Feld reicht das leider nicht für mehr“, resümierte Größer anschließend. Rund 6 Minuten fehlten zur Spitze, wobei bis Platz 30 lediglich zwei Minuten Rückstand aufzuholen waren. Bereits auf den ersten 10 flachen Kilometern bis zum ersten Anstieg des Tages, konnte Größer, der abermals eine Top-Leistung auf der Zeitfahrmaschine zeigte, bereits die ersten 10 Konkurrenten einholen und bei km 30, noch vor dem langen Anstieg mit 900 Höhenmetern zum Col de Vence, war er bereits auf Platz 22 vorgefahren. 2:33:55 Stunden und ein Stundenmittel von knapp 36 km/h bedeuteten auf dieser Radstrecke absolutes Profiniveau. Zum Vergleich: Der zweimalige Ironman Weltmeister von Hawaii, Patrick Lange, benötigte für die gleiche Strecke 2:31:31 Stunden und war damit gerade einmal 2:24 Minuten schneller als Größer. Angefeuert und mit Wettkampfinfos versorgt von Familie und Freundin arbeitete sich der Fernwälder den Col de Vence auf knapp 1.000 m Meereshöhe hinauf und verkürzte den Abstand zu einer Top 20 Platzierung weiter. Auf der technisch anspruchsvollen Abfahrt, auf der es selbst einige Profis erwischte, so stürzte beispielsweise der diesjährige Roth-Sieger Andi Dreitz und zog sich schwere Verletzungen zu, riskierte Größer nicht zu viel und kam dennoch als einer der Schnellsten wieder in der Ebene an. Hier macht sich die Radsporterfahrung positiv bemerkbar, denn wo einige Triathleten in Schwierigkeiten geraten, gelingt es dem jungen Athleten des Gießener TriTeams immer wieder, auch auf den Abfahrten Top-Zeiten zu erreichen. Weiterhin auf Platz 22 positioniert erreichte er schließlich Wechselzone 2 und nach einem schnellen Wechsel in die Laufschuhe, ging es auf den abschließenden Halbmarathon (21,1 km), bei dem zwei Runden auf der berühmten Promenade des Anglais zu absolvieren waren. 5,3 km Richtung Norden bis zum Flughafen und wieder zurück zu Start und Ziel. Größers Plan, mit einer km-Zeit knapp unterhalb der 4-Minuten Marke in das Rennen zu starten und diese Pace möglichst lange konstant zu laufen, ging trotz der nun aufkommenden Hitze in der prallen Mittagssonne mit nur wenig Schatten weitestgehend auf. Zudem klappte es auch gut mit der Aufnahme von Eis und Schwämmen zum Abkühlen sowie der Aufnahme von Flüssigkeit. So standen am Ende 1:22:49 Stunden für den Halbmarathon zu Buche, was einem Temposchnitt von 3:56 Minuten/Kilometer entspricht. Durch diese konstante Laufleistung gelang es Größer dann noch 3 weitere direkte Konkurrenten einzuholen und auf Platz 19 den roten Zielteppich zu erreichen. „Meine Wettkampftaktik ist heute voll aufgegangen und ich habe mich während des gesamten Rennens sehr gut gefühlt“, berichtete der 22-Jährige anschließend. Am Ende waren Athlet und der mitgereiste Anhang zufrieden und stolz über das Geleistete. Bemerkenswert ist sicher auch die Tatsache, dass die Gesamtzeit selbst im Profifeld für eine Top 40 Platzierung gereicht hätte. Nun geht es zunächst in den wohlverdienten Urlaub nach Kalifornien, bevor die Planung der Saison 2020 ansteht und das Training wieder aufgenommen wird.