09.04.2019

Kati Wiedenbrüg bei Challenge Salou

Im spanischen Küstenort Salou absolvierte die junge Gießener Triathletin Kati Wiedenbrüg einen gelungen Wettkampf zum Saisonauftakt. Wie sie ihr Challenge-Rennen über die Mitteldistanz erlebt hat, erzählt sie hier.

„Bei der Wettkampfbesprechung am Samstag wurde verkündet, dass das Schwimmen eventuell nicht stattfinden wird, da es die letzten Tage sehr gewindet hat und auch wieder viel Wind für Sonntag angesagt war. Ich habe dann also nur die ganze Zeit gehofft, dass wir schwimmen können. Als dann Sonntagfrüh die Nachricht kam, dass das Schwimmen stattfindet, war der Tag für mich gerettet, weil Schwimmen meine absolute Lieblingsdisziplin ist.

So sind wir Damen um 8.30 Uhr gestartet und im offenen Meer geschwommen. Das war auch direkt das Beste des gesamten Wettkampfs: durch die Brandung hindurchzutauchen und auf dem Rückweg zum Strand den Schwung der Wellen mitzunehmen und so ein bisschen bodyzusurfen. Glücklicherweise hatten die Ausrichter aufgrund des Wellengangs noch große, rote Heliumballone an die Bojen gehängt, sodass man diese theoretisch gut sehen konnte. Das Problem auf dem Rückweg war nur, dass die Sonne direkt von vorne kam und sich auf dem Wasser gespiegelt hat; man hat also überhaupt nichts gesehen. Insgesamt musste ich drei Mal anhalten, meine Schwimmbrille abziehen und nach den Bojen schauen. Dennoch kam ich aus meiner Startwelle als Zweite aus dem Wasser.

Anschließend bin ich total glücklich aufs Rad gestiegen und habe drei Radrunden á 30km absolviert. An sich war die Strecke super schnell, da wir auf der vollgesperrten Stadtautobahn gefahren sind und es nur zwei Hügelchen gab. Allerdings war der Wind besonders auf der zweiten Radrunde echt heftig, sodass man konzentriert fahren musste. Obwohl ich eine der wenigen war, die mit einem klassischen Rennrad und nicht mit einem Zeitfahrrad unterwegs war, konnte ich einen 30er Schnitt fahren.

Danach mussten wir vier Runden laufen, die an der Strandpromenade entlang führten und somit echt super flach waren. Ab km 10 ging es bei mir aber sehr bergab. Obwohl ich körperlich noch relativ fit war, wurde ich von Runde zu Runde langsamer, weil sich der Wettkampf gefühlt sehr in die Länge zog, und ich mental in einem totalen Loch war. Ich dachte mir auf der Laufstrecke echt, ich mach nie wieder Sport. Als ich dann in der dritten Laufrunde auch noch von einer Athletin aus meiner Altersklasse überholt wurde, konnte ich einfach nicht mehr an ihr dran bleiben und habe mich dann nur noch bis zum Ende durchgebissen.

Somit wurde ich nach 5:24:48 h Zweite in meiner Altersklasse und 34. in der Damen-Gesamtwertung. Mit diesem Ergebnis konnte ich mich für die Challenge Championship in Samorin qualifizieren, sodass ich im Juni dann in die Slowakei fahren werde.

Alles in allem war der Wettkampf genial! Ich habe das Meer und den Strand in vollen Zügen genossen und bin einfach nur total dankbar, dass das Schwimmen stattfand, und vor allem auch, dass ich diese Leistung am Anfang der Saison erbringen konnte. Insbesondere wenn ich bedenke, dass ich ab Weihnachten bis Anfang März mit verschiedensten Verletzungen zu kämpfen hatte und ich nicht so trainieren konnte, wie ich wollte.“